Perspektiven für den Beschaffungsmarkt

Der Beschaffungsmarkt der Solarindustrie hat sich in den letzten zwölf Monaten erheblich gewandelt:
  • Die Modulpreise sind stark gesunken und lösten einen hohen Wettbewerbsdruck und Konsolidierungsprozess unter den Modulherstellern aus.
  • Europäische Hersteller wurden von Modulproduzenten aus dem asiatischen Raum mit einer aggressiven Preispolitik bedrängt.
  • Projektentwicklungsgesellschaften hingegen konnten von den günstigeren Beschaffungspreisen profitieren und die geringeren Systemkosten an ihre Kunden weitergeben.
Die künftige Entwicklung des Beschaffungsmarktes hängt davon ab, wie schnell Modulhersteller ihre Produktionskosten in Zukunft senken können. Hier haben große asiatische Produzenten und führende Hersteller in der Dünnschicht-Technologie einen entscheidenden Wettbewerbs- weil Preisvorteil. Die Vereinigung der Europäischen Photovoltaik Industrie (EPIA) geht davon aus, dass sich der Anteil der Dünnschicht-Technologie am weltweiten Modulangebot zwischen 2009 und 2013 von 18 auf etwa 25 Prozent ausweiten wird. Die Analysten der Deutschen Bank machen neben US-amerikanischen Produzenten von Dünnschicht-Modulen die führenden asiatischen Modulhersteller als Gewinner des Konsolidierungsprozesses aus.

Darüber hinaus haben die politischen Diskussionen über eine außerordentliche Reduktion der Einspeisevergütung in Deutschland zu Unsicherheiten unter Modulherstellern geführt. Sollte die Nachfrage nach Modulen im zweiten Halbjahr aufgrund der Kürzungen zurückgehen, würde dies den Preisdruck enorm forcieren. Es ist davon auszugehen, dass die nächsten sechs Monate in diesem Zusammenhang neue Perspektiven auf dem Beschaffungsmarkt eröffnen, bzw. dass in dieser Zeit eine Bereinigung erfolgt ist. Dann hat der Markt wieder die Gelegenheit sich zu beruhigen.
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